Artgerechte Haltung und Pflege
Copyright by Hermann Böhm. Geschrieben am 20.06.2005

Unter artgerechter Haltung und Pflege versteht man die Maßnahmen, die getroffen werden müssen, damit das Kaninchen sich gut entwickelt und gesund bleibt.
Die Frohwüchsigkeit und die Futterdankbarkeit sind Kriterien nach dem man ein Kaninchen aussuchen kann.
Wenn man den allgemeinen Kaninchenhalter fragt, behauptet er, dass ein bunt geschecktes und aus vielen verschiedenen Rassen verpaartes Kaninchen das gesündestes und frohwüchsigste sein.
Dieses können wir als Rassekaninchenzüchter widersprechen.
Die hauptsächliche Todesursache eines Kaninchens ist die Kokzidiose. Diesen Tod ereilt dem Rassekaninchen wie auch dem Mischlingskaninchen.
Ursachen sind auch oftmals die falsche oder zu schnelle Umstellung des Futter. Gegen diese Fütterungsschäden kann man die Tiere von klein auf abhärten, so dass sie sich an die Schwierigkeiten im Verdauungskanal durch Futterumstellungen gewöhnen.
Als Futter kann das Kaninchen Grünzeug, wie Gras, Klee und Kräuter und Blattwerk verschiedener Baumsorten, sowie Rüben und Getreide verdauen.
Die Getreidearten bekommt man heutzutage gemischt mit Mineralien und Vitaminen zu einem gleichmäßigen Korn gepresst im Handel angeboten.
Aber auch das Grün- und Rübenfutter ist ein wichtiges Futtermittel. Als Raufutter darf Stroh und Heu nicht vergessen werden. Es wird behauptet, dass in dem heutigen Fertigfutter alle diese Stoffe enthalten sind, dem kann nicht widersprochen werden, aber leider zu konzentriert.
Das Kaninchen muss immer fressen, so dass eine gewisse Gabe an Stroh und Heu den Verdauungsapparat des Kaninchens im Gang hält. Mancherorts wird behauptet, dass das Kaninchen kein extra Wasser benötigt. Die Praxis zeigt, dass ein Kaninchen selbst bei reichlicher Fütterung mit feuchtem Futter, wie Grünzeug und Rüben Wasser säuft.
Wenn man das Kaninchen nach diesen Beschreibungen maßvoll füttert, hat man einen Teil zur artgerechten Haltung getan.
Ein Lehrspruch soll praktiziert werden: "Die Hand des Herrn füttert das Vieh."
Nun betrachten wir die verschiedenen Rassen.
Große Rassen benötigen einen größeren Käfig als kleinere Rassen. Dazu hat man von Seiten des ZDRK sogar die Größen der Kaninchenboxen nach Gewichtsklassen gestaffelt, vorgegeben. Säugende Häsinnen sollen sogar in Doppelbuchten untergebracht werden. Die Boxen oder Buchten sollten etwas größer, als für seine Rasse vorgeben, sein. Je mehr ein Kaninchen sich bewegen kann, um so wohler fühlt es sich.
Es gibt aber auch eine andere Unterbringungsart als hier beschrieben.
Die Rassekaninchenzüchter bevorzugen die Einzelunterbringung oder Boxenhaltung.
Die andere Art währe die Gruppen- oder Gehegehaltung. Auch dort muss man an ausreichenden Platz für das Tier denken, pro Tier mindestens den Platz, den man bei der Boxenhaltung benötigt.
Die Gruppenhaltung soll für das Tier artgerechter sein. Aber die Größe des Geheges muss ein vielfaches größer sein, als dem Rassekaninchenzüchter zur Verfügung hat. Bei einem genügend großen Gehege beachtet eine belegte Häsin den Rammler nicht, da die Tiere sich aus dem Weg gehen können.
Auch der Rassekaninchenzüchter ist bemüht, s
eine Kaninchen artgerecht zu halten.
Er hat zu einem großen Teil die Einzelhaltung gewählt und kann so jedes einzelne Tier beobachten und bei Verhaltensänderungen sofort eingreifen.
Zur Pflege des Kaninchens gehört außer der Fütterung und dem Tränken auch das Beschauen der Tiere, in dem er die Tiere einzeln auf den Tisch setzt und ihn eine gewissen Fell- und Krallenpflege zukommen lässt.
Die Fellpflege wird mit Kamm und Bürste je nach Felllänge durchgeführt, wobei dem Angorakaninchen in einen festgelegten Interval das Haar geschnitten wird. Man nennt es scheren.
Eine Haltung des Kaninchens in einer geräumigen Box, welche trocken und schattig ohne Zugluft aufgestellt ist, und das maßvolle, abwechslungsreiche und bei festen Zeiten gereichtes Futter tut sein Teil zur artgerechten Haltung.
Man kann sagen, dass ein Kaninchen gut gepflegt ist, wenn es in einem vernünftigen Zeitabstand geputzt und gereinigt wird.

Copyright by Hermann Böhm. Geschrieben am 20.06.2005
Rev. 28.10.2006