Herkunft, Tierart und Erscheinungsbild des Kaninchens
Copyrigth by Hermann Böhm. Geschreiben am 05.06.2005
Das Kaninchen ist ein Abkömmling wildlebender Tiere. Es wurde erst Jahrtausende später als der Hund, das Pferd, das Rind, das Schaf, die Ziege und das Schwein domestiziert. Das Kaninchen gehört zur Ordnung der Hasentiere, es ist ein Säugetier und wird im Stamm der Wirbeltiere eingeordnet. Sein lateinischer Name lautet Oryctolagus cuniculus. Das bedeutet soviel wie unterirdische Gänge grabender Hase. Das Kaninchen unterscheidet sich in der Fortpflanzung, der Lebensweise und zum Teil im anatomischen Bau vom Hasen. Der Feldhase bekommt im Jahr ca. 4 Würfe mit einem oder mehreren Jungen. Die Jungen sind bei der Geburt bereits sehend und behaart. Die Häsin bereitet dazu eine seichte Grube. Das Wildkaninchen bekommt 6 - 7 Würfe mit ca. 8 Jungen im Jahr. Sie erstellt dazu einen unterirdischen Bau. Die Jungen sind nackt und blind bei der Geburt und kommen erst in der 3. Lebenswoche ans Tageslicht. Auch im Fell unterscheiden sich Kaninchen und Hase. Die Unterwolle ist bei Hasen weiß und beim Kaninchen blau grau. Das Kaninchen hat kurze Stehohren, während die des Hasen wesentlich länger sind. Eine Kreuzung zwischen Kaninchen und Hasen ist nicht möglich. Die Heimat des Wildkaninchens ist das südwestliche Europa, genau beschrieben die Iberische Halbinsel. Die Phönizier benannten das Land Hispania, das heutige Spanien. Hispania soll heißen, das Land der Klippschliefer. Auch der Klippschliefer ist kein Nagetier. Seine Zehen sind plattenartige Hufe. Es ist das kleinste hufetragende Säugetier. Es ist so groß wie ein Meerschwein. Im Alten Testament wird der Kippschliefer Saphan genannt. Luther übersetzte es mit Kaninchen. Aus Spanien nahmen viele Händler und Krieger das Kaninchen mit in ihre Heimat. Schon im 1. Jahrhundert vor Christi wurde es in Gehege gehalten. Es bekam immer mehr Freunde, weil sein wohlschmeckende Fleisch sehr begehrt war. Im Mittelalter hielten die Klöster und Fürstenhäuser das Kaninchen in Hasengärten. Im Jahr 1407 wurde im Schweriner See eine Insel für die Jagd auf Wildkaninchen eingerichtet. Heute heißt die Insel Kaninchenwerder. Je enger der Raum wurde in dem man das Kaninchen fütterte um so mehr baute es seine Scheu ab. Im Laufe der Zeit bahnte sich so die Domestikation an. Zutraulich wurde das Kaninchen wenn es in Ställen untergebracht wurde. Von Generation zu Generation verlor das Kaninchen allmählich seine Wildheit, vielfach auch die wildfarbige Schutzfarbe. Statt dessen setzte sich Scheckung und Blaufarbigkeit durch. Bei regelmäßiger Fütterung wurde es gleichzeitig größer und schwerer. Das waren die Ausgangstiere für die vielen Kaninchenrassen.
Copyrigth by Hermann Böhm. Geschreiben am 05.06.2005