Der Japaner-Faktor
Copyright by Hermann Böhm
Auf der Versammlung der Japaner-Rex-Züchter am 17.04.2005 in Leipzig begann der alterfahrene Japaner-Züchter Karl Semsch mit den Worten: "Der Japaner-Faktor hat uns schon oft an der Nase herum geführt." seinen Vortrag. Er widersprach in seinen Ausführungen die Äußerung eines Fachmannes, dass der Spaltkopf den Japaner ausmachen. Der Spaltkopf vererbt sich lediglich zu 25 %, so seine Erklärung dazu. Der Japaner ist immer schwarz und gelb, er gehört laut Beschreibung von Heidrun Egnik zur Gelbserie. Auch wenn er nur einen schwarzen Punkt aufweist, vererbt er immer den Japaner-Faktor, erklärte Karl Semsch. Der Standard sieht als Ideal den Spaltkopf in schwarz und schwarz-geblümt und gelb oder gelb-geblümt, wobei die Ohren entgegengesetzt gezeichnet sein sollten. Eine kreuzweise geteilte Zeichnung gilt als ideal. Die Rumpfzeichnung soll aus mindestens drei Farbfeldern in schwarz oder schwarz-geblümt und gelb oder gelb-geblümt in Abwechselung bestehen. Karl Semsch erzählte, dass im alten Standard die Schachbrettzeichnung gewünscht wurde. Im neuen wird nur eine Ring- oder Fleckenzeichnung gefordert. An Hand von Tieren zeigte er uns, je breiter die Zeichnungsfeder sind, um so mehr verschwimmen sie nach hinten. Also sind sie am Hinterteil des Tieres verwaschen. Die kreuzweise geteilte Kopfzeichnung soll sich auch an der Brust und den Läufen wechseln. Leider kommt dieses Ideal nicht oft vor. Die Bauchunterseite des Japaner oder Japaner-Rex darf hell bis weiß sein. Auch können Wildfarbigkeitsabzeichen sich zeigen, welche nicht erwünscht sind, aber immer wieder vorkommen. In einem Gespräch mit einem Züchter der Rasse Dreifarben-Schecken-Rexe erfuhr ich, dass auch bei dieser Rasse Japanergezeichnete Tiere fallen. So kann man sagen, dass bei den Rheinischen-Schecken und den dreifarbigen Englischen-Schecken Japanergezeichnete Tiere fallen. Somit tragen diese Tiere den Japanerfaktor. Dr. Dorn beschreibt, dass man zur Erzüchtung der Dreifarbenschecken, Schecken schwarz-weiß und Japaner verpaart hat. Wenn man nun das Rhönkaninchen betrachtet, ist es eigentlich schwarz-gelb, wobei die gelbe Farbe durch den Chinchillafaktor verdrängt wurde und weiss bis grau erscheint. Auch der Standard hat dieses bedacht und eine geteilte Kopfzeichnung beim Rhönkaninchen als leichten Fehler und eine geteilte Kopf- und Ohrenzeichnung als schweren Fehler beschrieben. Wir fassen nun zusammen. Die Ringzeichnung von mindestens drei Feldern sind gefordert. Der Spaltkopf ist erwünscht, aber leider nur 25 % möglich. Der Japanerfaktor ist dominant, er zeigt sich leider nicht immer dem Standard entsprechend. Er ist auch bei den Dreifarbenschecken zu finden, da man den Japaner für die gelbe Farbe eingekreuzt hat. Beim Rhönkaninchen ist die gelbe Farbe des Japaners durch den Chinchillafaktor entfernt worden.
 
Copyright by Hermann Böhm