Kennzeichnung (Tätowierung) und Zuchtbuchführung
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Zu einem geordneten Zuchtbetrieb gehört auch eine geordnete Zuchtbuchführung; dies ist wieder ohne Kennzeichnung der einzelnen Tiere nicht möglich.
Als beste aller Kennzeichnungsarten wurde im Jahre 1924 das Tätozeichen in Deutschland eingeführt.
Die Tätowierung erfolgt an der Innenfläche beider Ohren. Im rechten Ohr bedeutet der Buchstabe das Land, die Zahl die Nummer des Vereins. Das linke Ohr enthält die Kennzeichen für den Geburtsmonat, das Geburtsjahr; die weiteren Ziffern sind die laufende Nummer der betreffenden Rasse im Ver- einszuchtbuch.
Es bedeuten:
Rechtes Ohr U 20: Land Schleswig Holstein (U). Verein Brunsbüttel und Umgegend ( 20 ).
Linkes Ohr: 3-6-26 März ( 3 ), 2006 ( 6 ), Veinszuchtbuch Nr. ( 26 ).
Die Kontrolle über das tätowierte Tier beginnt aber schon vor der Geburt. Sobald nämlich die Häsin gedeckt ist, muß der Deckschein ausgeschrieben werden. Er gibt uns Aufschluß über den oder die Besitzer der Elterntiere und über den Deckakt. Er wird unterzeichnet vom Besitzer des Rammlers und dem der Häsin. Ist der Züchter der Besitzer beider Elterntiere, dann muß noch eine zweite Person, die beim Deckakt als glaubwürdiger Zeuge zugegen war, mit unter- schreiben. Der so vorschriftsmäßig ausgefüllte Deckschein muß als Urkunde sorgfältig aufbewahrt und später dem Tätowiermeister vor der Kennzeichnung vorgelegt werden. Auf der Rückseite des Deckscheines finden wir das Wurf- ergebnis eingetragen: Wurftag und Meldetag. Die Anmeldung des Wurftages hat innerhalb von acht Wochen beim Zucht- buchführer zu erfolgen.
Der Tätowiermeister muß die Kennzeichnung innerhalb von zwölf Wochen nach dem Wurftag vornehmen, aber stets müssen die Jungtiere bei der Kennzeichnung noch bei der Mutter sein.
Sind sie bereits von dieser abgesetzt, so darf sie kein Tätowiermeister mehr kennzeichnen.
Es ist somit äußerst wichtig, daß sich der Züchter und Be- sitzer der Jungtiere genau nach diesen Bestimmungen richtet.
LB 1137 Seite 157
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