Die Unterwolle des Kaninchens
Copyrigth by Hermann Böhm
Die Unterwolle ist der wertvollste Bestandteil eines jeden Felles. Es kommt darauf an, daß sie möglichst dichtstehend ist. Sie wird durch langsames Streichen mit der flach aufgelegten Hand gegen den Strich des Haarkleides von der Blume bis zum Nacken erfüllt. Dieser "Griff in das Fell hinein" muß auf Rücken und Seitenflächen das Gefühl des "Gefühltwerdens" der Hand auslösen. Das gute Fell wird daher als "vollgriffig" bezeichnet. Die Untersuchung auf Vollgriffigkeit wird durch das kontrollierende Auge mit unterstützt. Es zeigt sich nämlich, daß ein gegen den Haarstrich durchgegriffenes Fell sich nicht gleich wieder in die ursprüngliche glatte Haarlage zurücklegt, weil diesem Streben der elastischen Deckhaare die dichte Unterwolle als Widerstand entgegentritt. Die Haare des durchstrichenem guten Felles stehen also "zu Berge" und legen sich langsam nieder, während Haarkleider des mit Unterwolle nur dünn ausgestatteten Felles nach dem Durchstreichen der Hand sich schnell wieder in die alte Lage zurückbegibt ("springendes Fell"). Wir finden dieses Zurückspringen besonders deutlich bei dem kurzhaarigen Fell, während das langhaarige Fell selbst bei ungenügender Unterwolle sich etwas langsamer in die alte Lage begibt. Man darf sich dadurch nicht täuschen lassen. Die Betrachtung des durchgegriffenen Pelzes hat aber noch eine weitere Aufgabe. Bei dem Streichen der Hand gegen den strich des Haarkleides tritt eine gewisse Scheitelung quer zum Rücken auf. Hält man hierbei etwas inne und blickt auf den Scheitel zur Haut hin, so kann man die Feststellung machen, daß ein Fell mit sehr Unterwolldichte kaum Haut freigibt, während beim Fehlen der nötigen Unterwolle die Haut deutlich sichtbar ist.
Copyrigth by Hermann Böhm
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